Unser Konzept

(Stand Februar 2013)

Das LiSS lehrt einen modernen wissenschaftlich begründeten sexualmedizinischen und sexualtherapeutischen Ansatz (Hartmann & Christoff), beruhend auf einem grundsätzlich bio-psycho-sozialen Verständnis von Gesundheit und Krankheit.

Die drei Kernelemente des „Hannover-Ansatzes“ sind:

Die Sexualtherapie muss störungsorientiert und störungsübergreifend sein.
Der Therapiezugang ist einerseits direkt und aktiv (eingedenk der funktionellen Autonomie sexueller Störungen).
Andererseits ist das sexuelle Paar der Patient und behandelt werden nicht „sexuelle Störungen“ sondern Paare mit sexuellen Störungen, Partner mit einer individuellen Geschichte und ihren Perspektiven auf die Paargeschichte, was insbesondere auch bei allen physiologisch-somatischen wie auch z.B. chirurgischen und pharmakologischen Behandlungsoptionen zu berücksichtigen ist.
Wir gehen störungsorientiert vor, denn da ist der Ort, wo sich das Paarproblem manifestiert, aber wir gehen nicht symptomspezifisch manualisiert oder rein symptomzentriert vor. Ausgangspunkt ist immer wieder im Prozess der sexuelle Leidensdruck im Paar.

Die Sexualtherapie soll an Grundbedürfnissen, emotionalen Prozessen, an Interaktion und Kommunikation orientiert sein:
Im Fokus liegt die Paardynamik, die Wechselseitigkeit und Interdependenz im sexuellen Paar.
Wir gehen davon aus, dass sexuellen Störungen somatische Ursachen und/oder Frustrationen in den Grundbedürfnissen und traumatische Erfahrungen zugrunde liegen. Es entstehen dysfunktionale Versuche, Emotionen und Bedürfnisse zu regulieren, sich selbst verstärkende, in der Konsequenz negative Interaktionszyklen, die wiederum die sexuelle Befriedigung und partnerschaftliche Zufriedenheit erschweren oder unmöglich machen.

Die Sexualtherapie muss erlebnisorientiert sein, damit Wirksamkeits- wie emotional korrigierende Erfahrungen möglich werden.
Die neueren neurobiologischen Erkenntnisse zeigen uns, dass strukturelle, nachhaltige Veränderungen erreicht werden können, wenn es gelingt, neben dem Verstehen auch konkrete emotionale Erfahrungen zu vermitteln.
Unsere Methode ist eine Kombination von der therapeutischen Bearbeitung der Partnerinteraktion und –kommunikation in der Sitzung mit individuell auf das Paar ausgerichteten, nicht manualisierten Erfahrungsübungen zwischen den Sitzungen, ggfs. mit Einbezug physiotherapeutischer und pharmakologischer Optionen und anderer Hilfsmittel.
Therapeutisches Hauptziel ist, die befriedigende Selbstregulation von Emotionen und Bedürfnissen der einzelnen Partner und im Paar (wieder) zu unterstützen und zu entwickeln, indem das Paar erlebt und versteht, wie beide zu dem sexuellen Problem beitragen, und um welche Gefühle und Bedürfnisse es eigentlich geht.